Gisela Schubert

Letzte Briefe

ISBN: 978-3-9819919-9-4
Format: 138 x 210 mm
Umfang: 62 Seiten
9,80 €

Beschreibung

Gisela Schubert – siehe auch Band 1 ICH; GISELA SCHUBERT – ist im Sommer 2021 verstorben. In den letzten Monaten ihres Lebens gewinnen ihre schriftlichen Äußerungen eine bis dahin nicht bekannte dialogische Dimension. Briefe, adressierte Mitteilungen auf Einzelblättern, Zetteln ganz verschiedener Herkunft. Noch einmal handelt sie ihre Themen ab, die Heimgeschichte, die Entwurzelung, die Einsamkeit, die zurückgekehrte Angst, aber auch ihre Krankheit und trotz dieser die Lichtblicke des Gebrauchtwerdens.

„21. März 2021: Ich habe in Suhl viel Leid gesehen und auch seelisch mitgemacht. Aber es hat mir auch ein ganzes Stück Kraft gegeben gebraucht zu werden! Vor allem die Kinder, in der Zeit jetzt, das glaube mir, da spielt meine Krankheit keine Rolle. Viel konnte Ich nicht machen, aber was Ich machen konnte, habe Ich gemacht! Gebraucht zu werden ist für mich eine Zufriedenheit! Meiner Bettnachbarin habe Ich viel Mut gemacht so gut Ich konnte. Ich freue mich immer auf die Tage, wo ich in Suhl bin zu helfen! Ich kann nicht für alle was machen Aber für die Kinder gebe Ich mir die größte Mühe!“

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Materialien III: TANZVERBOT LAUT FUNKTIONÄRSBERATUNG

Das erhalten gebliebene Übergabebuch einer Mädchengruppe im Jugendwerkhof Gebesee stellt einen Glücksfall dar: Es gestattet das Hineinhören in die eigentümliche Kommunikation zwischen Erzieherinnen über die ihnen Anvertrauten. Der Alltag im Werkhof, seine Banalität, die Ausnutzung der Mädchen als Arbeitskräfte, die „Selbsterziehung“ mit Hilfe der „Funktionäre“. Letztere standen in der Hierarchie zwischen Erzieherinnen und „normalen“ Zöglingen. Sie wurden willkürlich ausgewechselt, durften oder sollten temporär selbst Macht ausüben. Diese äußert sich beispielsweise in der „Erfindung“ kleinlicher, demütigender Verbote als Bestrafung.

Materialien I: Kontrolle – keine Vorkommnisse

Keine Vorkommnisse: o. V. manchmal auch k. V. sind die ökonomischen Kürzel eines Rasters, das sich bleischwer über die Tage legte, die Kinder und Jugendliche in den Arrestzellen des Durchgangsheimes Schmiedefeld verbrachten.

Materialien II: Geduscht Delitexbehandelt Eingekleidet Isoliert

Jahresarbeitspläne des Durchgangsheimes gestatten es, das Bestimmung, Denken und Handeln des Durchgangsheimes und seines Personals innerhalb eines rigiden Umerziehungssystems zu begreifen, das Korsetthafte wahrzunehmen, das Vorstellungsräume für Menschliches auf ein unerträgliches Maß einzwängte und dies für alle handelnden Personen – für die Kinder und Jugendlichen ganz klar, aber wohl auch für Erzieherinnen und Erzieher.

Ich; Gisela Schubert

Zunächst in Bildern, die Unbekümmertheit und Regellosigkeit von Kinderzeich-nungen mit der Wucht wieder und wieder hereinbrechender traumatischer Erinnerungen vereinen, später in Texten, die eine Sprache aus dem Innenraum des Traumas wie selbstverständlich finden, hat Gisela Schubert, wie sie sich jetzt (wieder) nennt, ihren Ausdruck gefunden, Äußerungen, die aufwühlen und verstören.

Wie geht es Dir, mir geht es gut

62 Briefe sind erhalten geblieben, die Alexander Matzke an seine Mutter Gisela schrieb. Einige wenige aus einer durch die Erkrankung der Mutter bedingten Trennung, die anderen aus dem Durchgangsheim Schmiedefeld, aus dem Spezial-Kinderheim Wenigenlupnitz und aus dem Jugendwerkhof Wittenberg.

Da oben, auf dieser Burg

123 handgeschriebene Seiten sind es – vorläufig – geworden. E.B. wollte der Stadtverwaltung Heldburg mitteilen, was sie als Kind im Sonderschulheim Veste Heldburg (heute Deutsches Burgenzentrum) erdulden musste.