Gisela Schubert – siehe auch Band 1 ICH; GISELA SCHUBERT – ist im Sommer 2021 verstorben. In den letzten Monaten ihres Lebens gewinnen ihre schriftlichen Äußerungen eine bis dahin nicht bekannte dialogische Dimension. Briefe, adressierte Mitteilungen auf Einzelblättern, Zetteln ganz verschiedener Herkunft. Noch einmal handelt sie ihre Themen ab, die Heimgeschichte, die Entwurzelung, die Einsamkeit, die zurückgekehrte Angst, aber auch ihre Krankheit und trotz dieser die Lichtblicke des Gebrauchtwerdens.
„21. März 2021: Ich habe in Suhl viel Leid gesehen und auch seelisch mitgemacht. Aber es hat mir auch ein ganzes Stück Kraft gegeben gebraucht zu werden! Vor allem die Kinder, in der Zeit jetzt, das glaube mir, da spielt meine Krankheit keine Rolle. Viel konnte Ich nicht machen, aber was Ich machen konnte, habe Ich gemacht! Gebraucht zu werden ist für mich eine Zufriedenheit! Meiner Bettnachbarin habe Ich viel Mut gemacht so gut Ich konnte. Ich freue mich immer auf die Tage, wo ich in Suhl bin zu helfen! Ich kann nicht für alle was machen Aber für die Kinder gebe Ich mir die größte Mühe!“